Alkohol: Freund oder Feind?

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Die Geschichte des Alkohols im Sinne des menschlichen Konsums, lässt sich bis auf 10000 Jahre vor Christi verfolgen, als die Menschheit begann vergorene Früchte für sich als Genussmittel zu entdecken. Richtig in Schwung kam der Alkoholkonsum aber erst mit dem vermehrten Getreideanbau und den ersten Versuchen des Bierbrauens.

In der heutigen Welt ist es das normalste auf der Welt, sich abends nach der Arbeit auf das Sofa zu schmeißen und ein Bier zu genießen. Aloholkonsum findet sich in jeder Gesellschaftsschicht und mit Ausnahme der Kinder wird in jeder Alterklasse gerne mal etwas getrunken. Alkohol ist ein fester Bestand unserer Kultur geworden. Doch was ist eigentlich Alkohol und was passiert in unserem Körper wenn wir Alkohol trinken?

Im Duden findet sich folgende Definitin:
Der Begriff Alkohol stammt wahrscheinlich aus dem Arabischen und geht zurück auf den Term „al khol“, arabisch für „Etwas Feines“. Im Alltags-Sprachgebrauch ist mit “Alkohol” meist der berauschende “Speisealkohol”, Ethanol (Summenformel: C2H5OH), gemeint. Die älteste Droge der Welt. Chemisch gesehen ist Alkohol ein Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen, das in einem biochemischen Vorgang entsteht, wenn Hefen oder Bakterien Zucker abbauen.

Ok und was passiert nun wenn wir Alkohol trinken?

Der größte Teil des konsumierten Alkohols wird wie Allgemein bekannt in der Leber 05-schmerzempfindenverarbeitet. Die restlichen Teile werden über die Nieren, die Lungen oder den Schweiß ausgeschieden. Der unverarbeitete Alkohol, welcher über die Lunge ausgeschieden wird, ist übrigens das, was als „Fahne“ im Volksmund bekannt ist.

Wenn der Alkohol in die Leber gelangt, machen sich Enzyme direkt daran diesen in seine Bestandteile zu zerlegen bzw. ihn abbzubauen. Im ersten Schritt baut die Alkoholdehydrogenase (ADH) den Ethanol in Acetadehyd um.

Da dieses Acetaldehyd jedoch noch toxischer ist als der Alkohol selbst, macht sich direkt das nächste Enzym die Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH) ans Werk und baut diesen weiter zu Essigsäure ab.

Die entstandene Essigsäure kann daraufhin ganz normal im Tricarbonsäure-Zyklus zu Wasser und Kohlenstoffdioxid abgebaut werden.

Die Abbaurate ist sehr gleichmäßig. Sie beträgt bei Erwachsenen 0,09 bis 0,13 g pro Kilogramm Körpergewicht und Stunde. Den reinen Alkoholgehalt kann man leicht mithilfe folgender Formel aus dem Promillegehalt errechen:

1 ‰ = 1 g/kg ≙ 1,06 g/l

Wenn wir also eine Flasche Bier mit 330 ml und einem Alkoholgehalt von 4,8% trinken errechnet sich der aufgenommene Alkohol folgendermaßen:

330 ml  x  (4,8 / 100)  x  0,8 = 12,7 g Alkohol

(Der Wert 0,8 ist das spezifische Gewicht des Alkohols also der Dichte gemessen in g/cm3)

Ich mit meinen 85kg hätte den Alkohol eines Bieres also in 90 Minuten komplett abgebaut. Wenn man bedenkt was so mancher am Wochenende wegbechert, kann man sich vorstellen wie lange es dauert bis man den kompletten Alkohol auch wieder los ist.

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Warum geht es uns oft schlecht nach übermäßigem Alkoholkonsum?

Jeder kennt es, man fühlt sich schlecht, hat Kopfschmerzen, wird von Übelkeit geplagt und will einfach nur den ganzen Tag schlafen. Die Rede ist vom guten alten „Kater“. Doch warum bekommen wir einen „Kater“?

Als Ursache gilt das aus dem Alkoholabbau stammende Acetaldehyd. Dazu kommt ein Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel im Körper.

Die schädlichen Wirkungen des Acetaldehyds in der Leber sind vielfältig. Es bildet Proteinaddukte, die die sog. Kupffer-Zellen (Makrophagen der Leber) aktivieren. Diese sezernieren verstärkt Stoffe, die andere Zellen der Leber, die Itozellen, so verändern, dass diese daraufhin verstärkt Kollagen bilden. Das begünstigt die Ausbildung einer Leberzirrhose. Außerdem führt Acetaldehyd zur vermehrten Bildung von Sauerstoffradikalen, welche die Membranen der Zellen schädigen, so dass diese zugrunde gehen.

http://www.chemie.de/lexikon/Acetaldehyd.html

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Acetaldehyd ist chemisch und pharmakologisch eine sehr reaktive Substanz und wird als einer der hauptfaktoren des alkoholassoziierten Zellschadens angesehen. Acetaldehyd induziert die Lipidoxidation in der Leber was zu einer erhöhten Bildung freier Radikale führt. Die Bindung von Acetaldehyd an Glutathion führt zur Senkung des Leberglutathions und vermindert damit die Kapazität der Radikalbindung durch Glutathion. Dies führt sekundär zu einer vermehrten Lipidoxidation.

Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten: Grundlagen – Diagnostik – Therapie  herausgegeben von Manfred Singer,Stephan

Chronischer Alkoholgenuss geht aber oft einher mit einer Unterversorgung an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Nährstoffen. Alkoholische Getränke belasten den Stoffwechsel, bei dem Vitamine als Coenzyme mitwirken und bewirken so einen erhöhten Vitaminbedarf. Sie enthalten aber keine Vitamine, so das es zu einem Mangel kommt, der über Jahre zu Schädigungen des Körpers führen kann. Bekannt sind Schäden durch Thiamin (B1), Pyridoxin (B6) und Folsäuremangel. Mineralien werden durch die erhöhte Wasserausscheidung ausgeschieden, jedoch nicht zugeführt.

Alkohol schädigt das Gehirn

Als Mangelerscheinungen und Leberschäden noch nicht genug wären, unser Gehirn bekommt auch noch sein Fett weg. Die Euphorie die man im Zuge des Rausches erlebt hält in der Regel nicht lange an, spätestens am nächsten Tag ist alles verflogen und mit der Euphorie haben sich auch einige Gehirnzellen verabschiedet.

2013-05-13_Sport+Alkohol_200x133Das Gehirn wird durch den Konsum von zu viel Alkohol massiv beschädigt. Schon bei jedem einzelnen Rausch sterben Millionen von Gehirnzellen ab. Bei langfristig zu hohem Alkoholkonsum nehmen zuerst die Gedächtnisleistung und das Konzentrationsvermögen ab. Dann verliert man sein Urteilsvermögen und seine Intelligenz. Permanenter Alkoholmissbrauch führt zu einem völligen geistigen Abbau.

Das menschliche Gehirn besteht aus Nervenzellkörpern, der so genannten grauen Substanz und den sie verbindenden Nervenfasern, der weißen Substanz. Die medizinische Forschung hat gezeigt, dass regelmäßiger Alkoholkonsum eine Abnahme sowohl der grauen wie auch der weißen Substanz zur Folge haben kann. Bisher ging man davon aus, dass dies nur bei dauerhaftem starkem Alkoholkonsum der Fall ist. Ein Forschungsteam der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health fand nun jedoch heraus, dass auch schon moderater Alkoholkonsum das Gehirn schrumpfen lässt.

http://www.kenn-dein-limit.info/news/artikel/macht-alkohol-vergesslich.html

Ja Alkohol wirkt also nicht nur im Moment sondern kann langfristig unsere Motivation und unsere Emotionen beeinflussen. Die durch Alkohol resultierende Störtung der Nervenbahnen kann von schlechter Laune, Aggressivität bis hin zu Koordinationsstörungen unser Leben beeinträchtigen.

Die Schäden durch Alkohol sind umkehrbar

Unser Körper ist ein wahres Wunderwerk. So kann er bei guter Führung so ziemlich alles wieder in Gang setzen was wir besitzen. Klar sind auch hier seine Mittel begrenzt, aber bis zu einem gewissen Grad kann man mit der richtigen Lebensweise mit leichtigkeit wieder zu Vitalität und Lebensfreude gelangen.

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Wenn man aufhört seinen Körper durch irgendwelche Gifte zu belasten und anfängt ihn mit Nährstoffen zu füttern, wird es nicht lange dauern bis man erste Unterschiede merkt.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen wie ich förmlich wieder zu leben angefangen habe als ich aufgehört hab meinen Körper mit irgendwelchen Genussmitteln zu schädigen und stattdessen vollzupumpen mit natürlich vitalstoffreichen Lebensmitteln. Meine Leberwerte habe sich wieder normalisiert, mein Gedächtnis hat sich wieder verbessert und meine schlechte Laune ist wie weg geblasen.

Warum trinken die Menschen überhaupt Alkohol?

Alkohol hilft zu vergessen. Ich bin der Meinung wenn jemand Alkohol trinkt, dann tut er dies um seinem Alltag zu entfliehen, seine Unzufriedenheit zu vergessen oder schlicht weg weil man keine Richtung im Leben hat.

Wenn man Alkohol trinkt, tritt man in eine Scheinwelt ein. Probleme verschwinden und man kann sich für einen Moment entspannen und alles vergessen. Doch die Probleme bleiben immer noch da. Die Probleme verschwinden nicht durch den Alkohol.

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Wer anfängt sich seinen Problemen zu stellen, sein Leben in die eigenen Hände nimmt und anfängt er selbst zu sein, wird von ganz alleine das Verlangen nach Alkohol verlieren. Der Reiz verfliegt ganz einfach. Es macht auf einmal klick und man versteht gar nicht warum man jemals Alkohol getrunken hat. Es ergibt einfach keinen Sinn.

Mittlerweile sehe ich es als Signal wenn ich das Bedürfnis habe etwas zu trinken oder mich anderweitig benebeln möchte. Es ist immer ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt, das ich vor irgendetwas davon renne, mich irgendetwas stellen muss. Wenn ich dann herausfinde was mich momentan belastet und mich dem stelle, verfliegt das Bedürfnis von ganz alleine und ich bin wieder in meiner gewohnten Ausgeglichenheit.

Darf ich denn jetzt gar nicht mehr trinken?

Ich sehe es immer als Problematisch an, wenn man aus irgendetwas einen Zwang macht. So auch mit dem Alkohol es ist sicherlich inordnung gelegentlich etwas zu trinken und mal eben alles zu vergessen was einen den ganzen Tag so belastet. Man muss nicht immer stark sein. Auch finde ich es inordnung von Zeit zu Zeit mal einen über den Durst zu trinken, nur um sich selbst nochmals in Erinnerung zu rufen, wie Alkohol auf den Körper wirkt.

photo-1416235150813-dcb31b0653e8Für mich selbst versuche ich immer abzuwägen ob mir etwas mehr nimmt als es gibt. Und so ist es auch mit dem Alkohol. Das was er gibt ist lang nicht gleichzusetzen mit dem was er nimmt. Er nimmt Lebensfreude, Schönheit und Gesundheit.

Ich bevorzuge mich meinen Problemen zu stellen und nicht weg zu rennen. Auch bevorzuge ich gut auszusehen und energiegeladen in de Tag zu starten. Alkohol bremst mich nur aus. Alkohol verhindert, dass ich mein volles Potenzial entfalte.

Probiert es einfach mal aus und fragt euch das nächste mal wenn ihr Lust habt was trinken zu gehen, welchen Problemen ihr unbewusst aus dem Weg gehen wollt? Wovor habt ihr Angst? Was belastet euch zur Zeit?

… und der Trunk ist ein großer Beförderer von drei Dingen: rote Nasen, Schlaf und Urin. Buhlerei befördert und dämpft er zugleich: Er fördert das Verlangen und schwächt das Tun.

William Shakespeare
(1564 – 1616), englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter

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Quellen:

  • http://www.geschichte-lernen.net/geschichte-des-alkohols-antike-bis-weimarer-republik/
  • http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/8/bc/vlu/biokatalyse_enzyme/alkohol_adh.vlu/Page/vsc/de/ch/8/bc/biokatalyse/adh_alk.vscml.html
  • http://www.spektrum.de/lexikon/ernaehrung/alkoholstoffwechsel/280
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Posted in Blog, Ernährung, Gesundheit.
Dave

Dave

Ich bin 25 Jahre alt studiere Bioinformatik und lebe für Fitness und Gesundheit. Ich möchte Menschen inspirieren und dazu motivieren auch Selbst das Leben zu leben, dass ihnen zusteht. Ich werde diese Welt als eine bessere verlassen, als die die ich bei meiner Geburt hier betreten habe.

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